Neues aus der Kinderburg

Spielzeugfrei

von Kinderburg Lostorf

Spielzeugfrei

Auf der Gruppe Drache haben wir unsere Spielsachen für circa acht Wochen in die Ferien geschickt.
Sie wurden durch „wertloses“ Material ersetzt.
Wir führten dieses Projekt zum ersten Mal in der Kinderburg durch.
Die Reaktionen der Kinder waren am Anfang gemischt; manche fanden es auch teilweise „doof“ und benötigten eine Weile, bis sie sich ins Spiel fanden.
Insgesamt dauerte es etwa 2 bis 3 Wochen, bis wirklich alle Kinder ins Projekt fanden.
In den ersten zwei Wochen war es für Betreuende wie auch für Kinder eine grosse Umstellung.
Dadurch, dass es weniger Regeln und mehr Freiheiten gab, waren die Kinder anfangs mehrheitlich recht wild und laut und gingen noch nicht sehr konstruktiv mit den vorgegebenen Materialien um. Sie genossen ihre Freiheit in vollen Zügen.
Mit der Zeit haben die Kinder dann gemerkt, dass man mit den Sachen rund herum auch etwas bauen kann oder sie ins Rollenspiel integrieren könnte.
Somit entfalteten sich sehr vielfältige Rollenspiele und Konstruktionen von Lädeli bis zu Piraten und Rotkäppchen. Die Kinder waren so kreativ wie noch nie: sie bastelten Staubsauger aus PET Flaschen, spielten Dosenwerfen mit Korkzapfen - die Ideen waren endlos.

Während des Projekts hielten wir Betreuenden uns bewusst in Konfliktsituationen zurück.
Dies fiel uns manchmal schwer, aber die Kinder lernten so, eine eigene Lösung zu finden, die für sie selber auch stimmte. Gleichzeitig lernten sie dabei ihre Mitmenschen wahrzunehmen, wie auch sich selbst.
Dies sind Grundsteine für ihre Identität und fürs zwischenmenschliche Verstehen.
Gegen Schluss vom Projekt „Spielzeugfrei“ waren manche Kinder sogar traurig, dass es zu Ende ging.
Wir haben uns deswegen entschieden, nicht alle Spielsachen wieder aus den Ferien zurück zu holen, sondern nur einen Teil, und haben auch „wertloses“ Material im Raum behalten.
Unser Tamburin, das uns bei Konfliktsituationen begleitet hat, nehmen wir ebenfalls aus dem Projekt in den Alltag mit.

Wir entschieden uns zudem, die fixe Ruhezeit abzuschaffen, da das ein Anliegen der Kinder war.
Wir bieten aber weiterhin die Möglichkeit an, sich für eine Weile zurück ziehen zu können, falls gewünscht.
Im Grossen und Ganzen war dieses Projekt für die Kinder wie auch für uns Betreuende sehr lehrreich und wir werden es wahrscheinlich auch nächstes Jahr wieder durchführen.

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